Beatmungsalternativen

Achtung, öffnet in einem neuen Fenster. DruckenE-Mail

Gibt es Alternativen zur Maskenbeatmung?

Sie tolerieren weder eine Standardmaske noch eine individuelle Atemmaske? Was kann man dann machen?

Die Beatmungsmaske ist zwar die Methode der ersten Wahl bei der Beatmung von Morbus-Pompe Patienten, es können sich jedoch Umstände ergeben, die den Einsatz einer alternativen Beatmungsmethode gegebenfalls erforderlich machen:

  • Die Beatmung über ein Tracheostoma.

Was ist ein "Tracheostoma", eine "Tracheotomie" und eine "Tracheostomie"?

Eine kurze Begriffserklärung:*

Begriff Erklärung
Tracheotomie
Operative Eröffnung der Luftröhre im vorderen Halsbereich und anschließende Kanülierung
Perkutane Tracheotomie Perkutanes** Einführen einer Kunststoffkanüle zwischen Ringknorpel und 1. Trachealring oder tiefer zwischen den Trachelaringen in die Luftröhre.
Minitracheotomie Perkutane** Einführung einer speziellen Kanüle mit geringem Durchmesser (4 mm) über die Membrana cricothyroidea in die Trachea zum Absaugen von Sekreten.
Krikothryreotomie.
Operative Plazierung einer Trachealkanüle durch die Membrana cricothyroidea
Tracheostoma Die durch Tracheotomie geschaffene Öffnung der Luftröhre nach außen.
Tracheostomie 
Chirurgische Technik, bei der die Haut mit der Vorderwand der Trachea vernäht wird, um einen permanenten Luftweg zu schaffen.

* Quelle: Beatmung, Grundlagen und Praxis, R. Larsen, T. Ziegenfuß, 2. Auflage
** perkutan = durch die Haut hindurch.

Ab wann sollte eine Tracheostomie durchgeführt werden?

Der Zeitpunkt einer Tracheotomie wird in der Literatur unterschiedlich angesetzt. Eine einheitliche, für Mediziner verbindliche, Richtlinie fehlt. Es muss hierüber für jeden Patienten individuell und unter Abwägung von Nutzen und Risiko entschieden werden. In Anlehnung an die "Consensus Conference on Artificial Airways in Patients Receiving Mechanical Ventilation" und anderer Autoren können folgende Empfehlungen für die sekundäre Tracheotomie angegeben werden:

  • "Ist der künstliche Atemweg voraussichtlich weniger als 7 - 10 Tage erforderlich, so sollte die translaryngeale Intubation bevorzugt werden.
  • Nach Ablauf von ca. 7 Tagen sollte eingeschätzt werden, ob der Patient innerhalb der nächsten 7 - 10 Tage extubiert werden kann. Ist dies voraussichtlich der Fall, sollte der translaryngeale Tubus weiterhin belassen werden. Ist dies aber wahrscheinlich nicht der Fall, sollte jetzt tracheotomiert werden.
  • Ist der künstliche Atemweg aller Wahrscheinlichkeit länger als 21 Tage erforderlich, sollte der Patient tracheotomiert werden, und zwar so früh wie möglich.
  • Kann die Zeitdauer für den künstlichen Atemweg nicht eingeschätzt werden und besteht keine dringliche Indikation für eine Tracheotomie, sollte die Indikation für die Tracheotomie täglich neu überprüft werden.


Diese Empfehlungen gelten aber nur für Einrichtungen, die über erfahrene Operateure und günstige Ergebnisse mit der Tracheotomie verfügen."*

Die Durchführung einer Tracheotomie ist also sehr genau zu überlegen. Es sind Fälle bekannt (Morbus-Pompe), bei denen voreilig und aus Unkenntnis tracheotomiert wurde. In einem Fall wurde der Luftröhrenschnitt später wieder rückgängig gemacht und es wurde erfolgreich auf Maskenbeatmung umgestellt.

Weiterhelfen kann da nur eine intensive Beratung mit Fachärzten in speziellen Fachkrankenhäusern.

* Quelle: Beatmung: Grundlagen und Praxis, R. Larsen, T. Ziegenfuß, 2. Auflage