Monitoring

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Was ist Monitoring?

Stark vereinfacht gesagt, ist Monitoring die manuelle sowie maschinelle Überwachung, Kontrolle und eventuell auch Steuerung (mit Bildschirmen und Messgeräten), der Lebensfunktionen eines Patienten in bestimmten, schwerwiegenden Krankheitssituationen.

Das Monitoring wird für viele verschiedene Erkrankungen eingesetzt. Es wird sehr häufig in der Intensivmedizin und in der Anästhesie angewendet .

An dieser Stelle soll nicht näher auf die verschiedenen Möglichkeiten des Monitoring im allgemeinen, sondern auf das Monitoring bei beatmungspflichtigen Patienten eingegangen werden. Laut Fachliteratur(1) kann man zwischen "Respiratorischem Basismonitoring" und "Erweitertem Monitoring bei Beatmungspatienten" unterscheiden.

"Das Respiratorische Basismonitoring besteht aus:

  • klinische Beobachtung und Untersuchung,
  • Respiratormonitoring: F1O2, Beatmungsdrücke, Frequenz, Atemminutenvolumen,
  • Pulsoxymetrie,
  • Kapnometrie,
  • Röntgen des Thorax,
  • mikrobiologische Überwachung: bei Langzeitbeatmung,
  • wenn erforderlich: arterielle Blutgasanalysen,
  • Herz-Kreislauf-Funktion: nichtinvasive Blutdruckmessung, Herzfrequenz. Wenn erforderlich: invasive Blutdruckmessung; zentraler Venendruck,
  • Urinausscheidung


Erweitertes Basismonitoring bei Beatmungspatienten:

  • Pulmonaliskatheter: PAP, PCWP, Herzzeitvolumen,
  • Messungen des extravasalen Lungenwassers,
  • kontinuierliche Messung der gemischtvenösen O2 - Sättigung,
  • Überwachung der Splanchnikusperfusion durch Tonometrie
  • Messung des intrakraniellen Drucks"


Das sind die klinischen Möglichkeiten. Was kann der beatmungspflichtige-Patient davon im heimischen Bereich gebrauchen bzw. anwenden? Nehmen wir einmal aus der obigen Aufstellung das Respiratormonitoring (Maschinenmonitoring). "Die Funktion des Respirators wird durch Maschinenmonitoring mit entsprechenden Alarmeinrichtungen überwacht. Hierzu gehören:

  • Gasmangelalarm, Stromausfallalarm,
  • Funktionsstörungen des Beatmungsgerätes,
  • O2 - Konzentrationsalarm: meldet das Über- oder Unterschreiten eingestellter Grenzwerte,
  • Diskonnektionsalarm: wird meist aus dem Atemwegsdruck abgeleitet,
  • Atemminutenvolumenalarm: meldet das Unter- oder Überschreiten eingestellter Grenzwerte,
  • Stenosealarm:  meldet das Überschreiten eines eingestellten Grenzwertes, wird meist aus der Atemwegsdruckmessung abgeleitet,
  • Atemgastemperaturalarm: meldet das Über- und Unterschreiten der Atemgastemperatur bei Verwendung beheizter Anfeuchter." (1)


Diese Messungen sind auch mit speziellen Monitoring-Geräten im heimischen Bereich möglich. Wobei die Gesamtsumme der aufgeführten Messungen sicherlich am ehesten bei dauerbeatmeten Patienten, die vollständig von der Beatmung abhängig sind, Anwendung finden.

In der Praxis des heimischen Monitoring finden sich verschiedene Geräte im Einsatz, die auch den unterschiedlichen Schweregrad der Erkrankung des jeweiligen Patienten berücksichtigen.

(1) = Quelle: R. Larsen, T. Ziegenfuß, Beatmung - Grundlagen und Praxis, 2. Auflage 1999, Seite 473 ff.

 

Anmerkung:
Die obigen Aufstellungen, Erläuterungen und Beschreibungen erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

 

Warum Monitoring bei Pompe-Patienten?

Warum Monitoring bei Pompe-Patienten und warum Monitoring im heimischen Bereich?

Monitoring kann für den Pompe-Patienten, dessen Atmungsmuskulatur (Zwerchfell, Interkostalmuskulatur und Atemhilfsmuskulatur wie Bauchmuskeln) schon nachhaltig betroffen ist, sehr wichtig werden. Der Patient oder das Pflegepersonal kann selbständig (nach vorheriger Anleitung durch den Arzt) Messungen vornehmen. Durch die kontinuierliche Kontrolle z. B. der Blutgase (CO2-Sättigung und Sauerstoff-Sättigung) oder Pulsfrequenz etc. können schwerwiegende Beatmungs-Probleme frühzeitig erkannt und durch den Facharzt behoben werden.

Auch kann man dem Patienten, der womöglich kaum noch transportfähig ist, die häufigen Aufenthalte in einer Fachklinik (Schlaflabor, etc.) ersparen.

Zusammenfassend sind folgende Vorteile zu nennen:

  • Früherkennung von Problemen bei der Beatmung und deren rechtzeitige Behebung;
  • Weniger anstrengende Transporte und Klinikaufenthalte für den Patienten;
  • Reduzierung des psychischen Drucks beim Patienten, da die Geräte sehr zuverlässig arbeiten und eine gewisse Sicherheit bieten.


Das gesamte Thema Beatmung bzw. Monitoring bei Pompe-Patienten ist natürlich nur auch dann wirklich relevant, wenn die Atmungsmuskulatur schon nachhaltig und schwer betroffen ist. Nicht jeder Pompe-Patient hat zu Beginn der Erkrankung auch gleichzeitig Probleme bei der Atmung.

Welche Monitoring-Geräte werden bei Pompe-Patienten eingesetzt?

Pulsoxymeter NPB 290

Pulsoxymeter NPB 290

Abb.links:  Monitoring Gerät NPB 290     

Firma Nellcor Puritan Bennett Inc., Pleasanton, CA, 94588 U.S.A.

Vertrieb in Deutschland z. B. über VitalAire

 

  • Messmöglichkeiten: Pulsfrequenz, Sauerstoffsättigung.
  • Betrieb: 220 Volt und Akkubetrieb (integrierter Akku).
  • Anschlüsse: Für PC - RS232-Schnittstelle und Stromanschluss (Rückseite); Anschluss für "Fingerclip" zur Sauerstoffsättigungsmessung an der Frontseite.
  • Aufzeichnungsmöglichkeit: Interner Speicher (keine Chipkarte). Das Gerät muss zum Auslesen komplett (an den Hersteller) verschickt werden.
  • Warnmeldungen: Akustische und optische Warnmeldungen bei Überschreitung oder Unterschreitung von vorgegebenen Grenzwerten (Puls und Sauerstoff-Sättigung).

Dieses Gerät hat KEINEN Speicherchip.

Das NPB 290 ist hier nur exemplarisch dargestellt.

Wo können Geräte mit Speicher-Chip ausgelesen werden?

Wo können diese Geräte bzw. Chipkarten ausgelesen werden? Zunächst einmal dort (Klinik, Fachkrankenhaus, Facharzt etc.) wo das Gerät auch verordnet wurde. Z. B. Ruhrlandklinik Essen. Alternativ beim Hersteller.

Möglicherweise (mit einem beliebigen aktuellem Computer und der Hersteller-Auslese-Software) auch bei Ihrem ortsansässigen Lungenfacharzt oder Ihrem Schlaflabor vor Ort. Hierzu sollte sich der jeweilige Facharzt mit dem Hersteller/Vertreiber der Geräte in Verbindung setzen.